Südkoreas Aufsichtsbehörden lösen versehentlich 30%-Rallye bei Nebenwerten aus

Zusammenfassung:Südkoreas Finanzaufsicht wollte den volatilen Aktienmarkt mit strengeren Bareinlagen für gehebelte ETFs auf Samsung Electronics und SK Hynix beruhigen, verstärkte dadurch aber das Chaos. Die Spekulation verlagerte sich in großem Umfang auf Kosdaq-Nebenwerte, die seit dem Tief Ende Juli rund 30 Prozent zulegten und am Montag einen Handelsstopp auslösten – bereits zum dritten Mal in diesem Monat. Retail-Investoren, die zuvor in Chip-ETFs aktiv waren, strömen nun in kleinere Titel; der Kosdaq steuert auf den größten Vorsprung gegenüber dem Kospi seit der Dotcom-Zeit zu. Die Regulierer bleiben hinter der Dynamik zurück. Ob die Rallye Bestand hat, hängt davon ab, ob der KI-bedingte Ausverkauf in Korea seinen Tiefpunkt wirklich erreicht hat – andernfalls dürften weitere Handelsunterbrechungen folgen.

Südkoreas Finanzaufsicht wollte den volatilen Aktienmarkt beruhigen, als sie gegen gehebelte ETFs vorging. Allerdings haben sie die Lage dadurch noch chaotischer gemacht.

Maßnahmen gegen gehebelte ETFs mit Bezug zu Samsung Electronics und SK Hynix, die von Retail-Investoren höhere Bareinlagen verlangten, konnten die Spekulation nicht bremsen. Retail-Kapital wechselte in großem Umfang in Kosdaq-Nebenwerte, die nun seit dem Tiefstand am 30. Juli um 30% gestiegen sind.

Wie die Begrenzung von Chip-ETFs einen Kosdaq-Anstieg auslöste

Der Kosdaq-Index legte allein am Montag um 6,8% zu, was ausreichte, um das Handelsstopp-Programm der Korea Exchange diesen Monat bereits zum dritten Mal auszulösen.

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Kapital ist von SK Hynix und Samsung in kleinere Titel geflossen. Bildquelle: Trading View

Park Wooyeol, globaler ETF-Analyst bei Shinhan Securities, beschrieb die Entwicklung deutlich. „Wir sehen heute besonders viel Kapitalzufluss in den Kosdaq“, sagte er. „Retail-Investoren mit einer Vorliebe für Volatilität, die vorher bei den gehebelten ETFs auf Einzelaktien aktiv waren, dürften jetzt zum Kosdaq zurückkehren.”

Ein AI-getriebener Ausverkauf hatte den Kospi bereits fast 40% unter das Juni-Hoch gedrückt und Ende Juli ein Tief erreicht, was zu Zwangsliquidierungen und dem Abbau von Margin-Krediten in Milliardenhöhe führte. BeInCrypto berichtete, dass der gehebelte SK Hynix ETF um 45% gefallen ist, wobei die Aufsicht zugab, dass solche Produkte die Marktschwankungen verstärkten.

Als die Behörden dann strengere Bareinlagen forderten, haben sie den nächsten Zielort für die spekulative Dynamik nicht berücksichtigt.

Kosdaq vs. Kospi: Größte Abweichung seit dem Jahr 2000

Der Kosdaq ist in der vergangenen Woche gestiegen, während der Kospi nachgab. Der Nebenwerte-Index liegt nun auf Kurs, den Leitindex mit dem größten Vorsprung seit der Dotcom-Zeit zu übertreffen.

Der KOSPI hat in den letzten 5 Tagen nachgegeben. Bildquelle: Trading View

Koreas Retail-Investoren haben einen gut dokumentierten Appetit auf hohe Volatilität, der sogar die Kryptomärkte des Landes geprägt hat. BeInCrypto berichtete zudem, dass der Bitcoin-Kurs während des AI-Ausverkaufs weniger Volatilität aufwies als der Kospi.

Die Trader, die jetzt in Nebenwerte einsteigen, sind größtenteils dieselbe Gruppe, die den Boom bei Chip-ETFs ausgelöst hat. Die Regulierer sind weiter einen Schritt zurück.

Ob die Kosdaq-Rallye Bestand hat, hängt davon ab, ob der AI-bedingte Ausverkauf in Korea wirklich seinen Tiefpunkt erreicht hat. Falls dies lediglich eine weitere Runde spekulativer Zyklen bedeutet, werden die Handelsunterbrechungen weiterhin ausgelöst.

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