Die US-Tochter von Wintermute hat sich als Broker-Dealer registriert und bereits Emittenten von börsengehandelten Fonds (ETF) als Kunden gewonnen, berichtete das Wall Street Journal.
Durch die Registrierung kann Wintermute USA sich jetzt als Market Maker an US-Börsen anmelden. Geschäftsführer Evgeny Gaevoy sagte, das Unternehmen will innerhalb von drei bis fünf Jahren mit Jump Trading, Jane Street und Citadel Securities konkurrieren.
Good morning, USA ????????
Wintermute USA is now an SEC-registered broker-dealer and FINRA member (https://t.co/7rQGL6UzX6)
The registration marks Wintermute's entry into U.S. regulated markets and strengthens our coverage of institutional counterparties in the region pic.twitter.com/IBZBbAB7GP
— Wintermute (@wintermute_t) August 6, 2026
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Was die Broker-Lizenz von Wintermute verändert
Eine Liste verdeutlicht die gesamte Entwicklung: BlackRocks iShares Bitcoin Trust verwaltete Ende Juni 43,2 Milliarden USD. Zwölf Unternehmen sind berechtigt, Anteile des Fonds zu erstellen und einzulösen, eine Aufgabe, die dafür sorgt, dass ein ETF nahe am Wert seines zugrunde liegenden Vermögens handelt.
Keines dieser Unternehmen ist ein Krypto-Unternehmen. Im aktuellen Prospekt des Fonds werden unter anderem Jane Street, Citadel Securities, Virtu Americas, Goldman Sachs und JPMorgan genannt.
Hier schließt Wintermute die Lücke. Wintermute gibt an, an mehr als 60 Handelsplätzen Kurse zu stellen, konnte aber bisher nicht bei wichtigen Mechanismen des wichtigsten Krypto-Produkts mitwirken. Dafür ist eine Broker-Dealer-Lizenz nötig.
Jetzt hat Wintermute diese Lizenz. Nach Angaben des Journals warten bereits Kunden auf Wintermute.
Die Registrierung macht Wintermute nicht über Nacht zu einem Wall-Street-Unternehmen, sie macht Wintermute aber dafür zugelassen.
*WINTERMUTE'S U.S. BUSINESS SECURES BROKER-DEALER LICENSE — WSJ
*WINTERMUTE TO TRADE COMMODITIES, CRYPTO ETFS, TOKENIZED STOCKS UPON REGULATORY APPROVAL — WSJ
— tradfi news (@tradfi) August 6, 2026
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Wintermute nimmt Jump, Jane Street und Citadel ins Visier
Gaevoy gab sich selbst drei bis fünf Jahre Zeit, um diese drei Unternehmen einzuholen, berichtete das Journal hier.
Die Strategie ist stufenweise geplant. Wintermute beginnt mit Rohstoffen und digitalen Vermögenswert-ETFs, also Märkten, mit denen das Unternehmen bereits jetzt arbeitet. Falls die Aufsichtsbehörden es zulassen, sollen anschließend tokenisierte Aktien folgen. Am Ende steht das Ziel, auf einer bedeutenden Börse als Designated Market Maker anerkannt zu werden.
Jede Stufe benötigt eine eigene Genehmigung, keine davon erfolgt automatisch.
Zahlen zeigen zudem, wie herausfordernd dieses Ziel ist.
Drei Unternehmen haben laut Angaben der New Yorker Börse (NYSE) den Status als Designated Market Maker. Es handelt sich um Citadel Securities, Virtu Americas und GTS Securities.
Jede gelistete Aktie hat genau einen solchen Market Maker. Citadel Securities ist bei mehr als 1.900 Wertpapieren dafür zuständig, das sind rund 62% aller NYSE-Listings, und wurde für mehr als 80% aller NYSE-Börsengänge ausgewählt. Ein Designated Market Maker muss zudem mindestens 75 Millionen USD an Eigenkapital halten, bevor er Bestandsrisiken eingeht.
Wintermute stützt seine Chancen darauf, welche Kunden es bereits hat. Institutionen steuerten in der ersten Hälfte 2026 72% des Spot-OTC-Volumens bei, gegenüber 59% im Jahr davor. Das zeigen die Daten zum institutionellen Handel von Wintermute.
„Bei drei Vierteln des Volumens prägt institutioneller Handel die Marktstruktur, so der H1 2026 OTC-Flow-Report von Wintermute.
Diese Kunden kaufen bereits jetzt Aktien, Rohstoffe und ETFs anderswo ein.
Die Vorbereitungen begannen früh: Das Unternehmen eröffnete im Mai 2025 einen Sitz in New York und holte Ron Hammond, zuvor bei der Blockchain Association, für die Lobbyarbeit.
Die Aufsichtsbehörde FINRA hat nach vollständigem Antrag 180 Tage Zeit zur Prüfung. Ende 2025 beaufsichtigte sie 3.184 Broker-Dealer, im Jahr 2021 waren es noch 3.394.
Wintermute tritt daher einer kleiner werdenden Gruppe bei, nicht einer überfüllten.
Tokenisierte Aktien bleiben das eigentliche Ziel
Der Abschnitt mit tokenisierten Aktien ist am wichtigsten.
Dieser Markt entwickelt sich bereits. Die US-Börsenaufsicht (SEC) genehmigte im März 2026 eine Regel für den Handel tokenisierter Aktien von Nasdaq. Im Juni unterstützte die NYSE-Mutter Intercontinental Exchange eine Kooperation zu tokenisierten Aktien mit OKX.
Wintermute hatte seine Argumente bereits formuliert. Im September 2025 reichte das Unternehmen eine Stellungnahme bei der Crypto Task Force der SEC ein und forderte, dass Broker-Dealer für eigene Konten mit tokenisierten Wertpapieren handeln dürfen und diese in einer Wallet-Software halten können.
Damals war das eine Lobby-Position. Jetzt vertritt dies ein lizenziertes Unternehmen.
Zwei Fragen sind weiterhin offen: Welche Wertpapiere Wintermute zuerst quotiert und ob eine Börse überhaupt Market Maker-Status gewährt.
Die Registrierung ist die Eintrittskarte, der Sitzplatz ist damit aber nicht garantiert.

