SK Hynix fiel am Dienstag, 28. Juli, im frühen Handel um fast 13%. Auch Samsung Electronics verloren über 12%, als die Verkaufswelle die asiatischen Märkte erfasste.
Der Ausverkauf löschte in nur einer Handelsrunde Marktwerte in Milliardenhöhe in Korea, Japan und Taiwan aus. Damit setzte sich eine größere Korrektur bei Chipherstellern mit KI-Bezug fort, die nach Kursschwäche bei den US-Chipwerten begonnen hatte.
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Wall-Street-Ansteckung und Nvidias OpenAI-Investition verunsichern Investoren
US-Chipwerte gaben in der vergangenen Nacht erneut nach, insbesondere AMD, Teradyne und Micron. Diese Schwäche folgte auf einen Bericht im Wall Street Journal zu Nvidias Finanzierungsplänen.
Laut aktuellen Informationen verhandelt Nvidia über eine Garantie von 250 Milliarden USD, um OpenAI beim Leasing eines 10-Gigawatt-Datenzentrums-Komplexes in Ohio zu unterstützen. OpenAI verfügt über kein Investment-Grade-Rating. Insgesamt könnten die Kosten für dieses Projekt mehr als 500 Milliarden USD betragen.
Nvidia spricht zudem über eine Finanzierung der Chip-Käufe von OpenAI, die bis zu 350 Milliarden USD ausmachen könnten. Inzwischen stellen Investoren die Frage, ob die Rolle von Nvidia als finanzieller Rückhalt eher Schwäche bei der Nachfrage nach KI-Lösungen signalisiert als Stärke.
CXMT-Börsengang in China verschärft die Konkurrenz
Der chinesische Speicherhersteller CXMT sorgte für zusätzlichen Druck. Die Aktie stieg beim Handelsstart in Shanghai am Montag um bis zu 500% gegenüber dem Ausgabepreis. Damit erreichte CXMT eine Bewertung von fast 515 Milliarden USD.
Separat hat ein chinesisches, staatlich unterstütztes Unternehmen mit der Massenproduktion von eigenen Deep-Ultraviolet-Lithografie-Maschinen für SMIC, Hua Hong und CXMT begonnen. Dieser Schritt reduziert Pekings Abhängigkeit vom niederländischen Ausrüster ASML bei fortschrittlichen Chip-Werkzeugen.
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Analysten der Seoul Economic Daily schätzen, dass sich der Abstand bei Hochleistungs-Speichertechnologie zwischen CXMT und den koreanischen Marktführern auf drei Jahre verringert hat. Zuvor waren es noch mehr als fünf Jahre. Dadurch droht den KI-Chip-Verträgen, die SK Hynix und Samsung mit US-Hyperscalern abgeschlossen haben, Gefahr.
Volatilität erschüttert weiterhin SK Hynix und Samsung, die größten Unternehmen des südkoreanischen KOSPI. Bildquelle: Trading ViewUnklar, wie sich KI-Investitionen auszahlen
Owen Lamont, Senior Vice President bei Acadian Asset Management, meint, die Unsicherheit gehe weit über einzelne Meldungen hinaus.
„Im Moment stehen wir vor enormer Unsicherheit. Niemand weiß, wie dieser KI-Prozess unsere Wirtschaft beeinflussen wird, und ich denke, es wird so oder so holprig bleiben.
Owen Lamont, CNBC
Lamont ergänzte, dass gehebelte Exchange-Traded-Produkte die Volatilität verstärken könnten. Er nannte Korea, Hongkong und die Vereinigten Staaten als zentrale Märkte für diese Aktivitäten.
Allerdings vertreten nicht alle Analysten eine so bärische Sicht. Sundeep Gantori, leitender Investmentchef für Aktien bei Standard Chartered, sieht die langfristigen Chancen für Speicherhersteller weiterhin gegeben. Er verweist auf Prognosen von Brokern, die im Jahr 2027 einen Preis-Höchststand erwarten.
Investoren blicken nun auf die Quartalszahlen von SK Hynix, die später in dieser Woche veröffentlicht werden. Die Ergebnisse könnten zeigen, ob die KI-bezogene Nachfrage die Volatilität weiterhin rechtfertigt.


