Japans Inflationsdaten: Zinserhöhung der BOJ im September wird wahrscheinlicher

Zusammenfassung:Die Inflationsrate in Japan erreichte im Juli mit 1,9 Prozent den höchsten Stand des Jahres, angetrieben von höheren Energiekosten infolge des Iran-Konflikts und einem schwächeren Yen. Die Kerninflation lag bei 1,8 Prozent, die Kern-Kern-Rate bei 1,9 Prozent; Energiepreise stiegen erstmals seit November 2025, die Großhandelsinflation auf 7,2 Prozent. Staatliche Subventionen dämpfen die Verbraucherpreise. Die Bank of Japan erwartet in der zweiten Hälfte des Fiskaljahres 2026 eine Kerninflation deutlich über zwei Prozent. Eine Intervention von USA und Japan stärkte den Yen kurzzeitig, doch der Carry-Trade bleibt wegen der Zinsdifferenz von 1,8 Prozentpunkten attraktiv. Händler wetten zu 84 Prozent auf eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September.

Die Inflationsrate in Japan lag im Juli bei 1,9%. Das ist der höchste Wert in diesem Jahr. Grund dafür sind höhere Energiekosten wegen des Iran-Konflikts. Außerdem schwächte sich der Yen wieder auf rund 159 pro USD ab.

Beide Entwicklungen deuten darauf, dass die Bank of Japan im September die gleiche Entscheidung treffen könnte, wenn das Gremium wieder über den Leitzins berät.

Gesponsert

Gesponsert

Energiekosten treiben die Inflation in Japan auf Höchststand im Jahr 2026

Die Kerninflation, die frische Lebensmittel ausschließt, aber Energie einbezieht, lag wie erwartet bei 1,8%. Die sogenannte Kern-Kern-Rate, die sowohl frische Lebensmittel als auch Energie ausklammert, lag bei 1,9%.

Die Energiepreise sind trotz staatlicher Unterstützung zum ersten Mal seit November 2025 gestiegen. Das führte zu höherer Großhandelsinflation, die im Juli 7,2% erreichte.

Strompreise waren der stärkste Faktor. Frische Lebensmittel wurden 7% teurer. Das ist ein starker Anstieg gegenüber dem Plus von 3,9% im Juni.

Analysten sagen, dass die Subventionen der Regierung von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi die Verbraucherpreise dämpfen. Damit schützt die Regierung die Haushalte vor den steigenden Energiekosten.

Unterdessen warnte die Bank of Japan im vergangenen Monat, dass die Kerninflation in der zweiten Hälfte des Fiskaljahres 2026, also von September bis März, deutlich über 2% steigen werde. Gründe seien steigende Löhne, die auf die Preise durchschlagen, steigende Rohölpreise und die jüngste Abwertung des Yen.

Folgen Sie uns auf X, um aktuelle Nachrichten direkt zu erhalten

Gesponsert

Gesponsert

Intervention verschafft Carry-Tradern günstigeren Einstieg

Die gemeinsame Aktion von USA und Japan stärkte den Yen von etwa 164 pro USD auf rund 155 pro USD. Ein Großteil dieses Effekts ist inzwischen wieder verschwunden, obwohl Japans Möglichkeiten für Interventionen weiterhin erheblich sind.

USD/JPY-Entwicklung. Quelle: Google Finance

Trotzdem nutzten japanische Investoren die Yen-Aufwertung, um beim Carry-Trade verstärkt einzusteigen. Sie kauften netto mehr als 5 Billionen Yen an ausländischen Aktien und langfristigen Anleihen in den zwei Wochen bis zum 15. August. Zuvor hatten sie über 300 Milliarden Yen netto verkauft.

„Die Intervention hat den Carry-Trade für grundlegende und langfristige Investoren beschleunigt, sagte Jesper Koll, Experte und Direktor bei Monex Group, gegenüber CNBC.

Der Zinsunterschied zwischen US- und japanischen 10-Jahres-Anleihen betrug am 20. August etwa 1,8 Prozentpunkte. Dieser große Abstand begünstigt weiterhin den Carry-Trade, da sich so Investitionen in höher verzinste ausländische Vermögenswerte mit vergleichsweise niedrig verzinsten Yen lohnen.

Diese Dynamik dürfte sich kaum ändern, solange die Bank of Japan die Zinsen nicht ausreichend anhebt, um den Zinsabstand zu verkleinern.

Beide Faktoren sprechen für dieselbe Richtung der Bank of Japan

So sieht sich die Bank of Japan gleichzeitig von zwei Seiten unter Druck. Die Inflationsdaten aus Juli sprechen für eine Straffung, ebenso wie die anhaltende Abwertung der Währung am Markt.

Trader haben bereits reagiert. Auf Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte beim Treffen am 17. und 18. September bei 84%, während die Wahrscheinlichkeit für keine Änderung bei 15% liegt. Früher lag diese Chance bei rund 21%.

Polymarket-Chart zu den Wahrscheinlichkeiten der Zinsentscheidung der Bank of Japan im September, der eine Erhöhung um 25 Basispunkte mit 84% zeigt. Quelle: Polymarket

Die Bank of Japan erhöhte den Leitzins im Juni auf 1%, den höchsten Wert seit 1995. Offen bleibt, ob eine weitere Anhebung um einen Viertelprozentpunkt wirklich etwas am Zinsabstand von 1,8 Prozentpunkten ändern würde.

Abonnieren Sie unseren YouTube-Kanal, um Einblicke und Analysen von Branchenexperten zu erhalten

Haftungsausschluss

Die Ansichten in diesem Artikel stellen nur die persönlichen Ansichten des Autors dar und stellen keine Anlageberatung der Plattform dar. Diese Plattform übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Artikelinformationen und haftet auch nicht für Verluste, die durch die Nutzung oder das Vertrauen der Artikelinformationen verursacht werden.
Letzter Artikel

Benjamin Cowens Midterm-Cycle-These bestätigt: Bitcoin erreicht Juli-Tief

Nächste

Was ist der Bitcoin Infinity Day: Das 8/21-Ritual, bei dem Sie für einen Tag nicht verkaufen dürfen