Private-Equity-Unternehmen sind jetzt das neueste Ziel von Hackern, die Lösegeld fordern. Diese nutzen sogenanntes Voice Phishing, um mit gefälschten Telefonanrufen Mitarbeiter der Unternehmen zu täuschen, wie ein neuer Bericht von Google zeigt.
Im Bericht wurden die Namen der betroffenen Unternehmen nicht genannt. Reuters fand diese heraus, indem die Agentur die 72 von Google veröffentlichten Webadressen mit Tools wie DomainTools und urlscan überprüfte. Dabei kamen Subdomains ans Licht, die zu jedem Unternehmen passen.
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Einblick in die Vishing-Kampagne
Laut seinem aktuellen Bericht beobachtet die Google Threat Intelligence Group (GTIG) weiterhin eine Gruppe namens UNC6671. Diese Gruppe setzt auf Voice Phishing (Vishing) und gibt sich am Telefon als IT-Helpdesk aus, das angeblich dringende Sicherheitsupdates einspielen will.
Die Täter erreichen Mitarbeiter oft auf deren privaten Mobiltelefonen. Die Anrufer lotsen die Betroffenen zu gefälschten Anmeldeseiten.
Dort greifen sogenannte Adversary-in-the-Middle-Systeme (AiTM) die Zugangsdaten und Multi-Faktor-Authentifizierungs-Token ab. Nach dem Eindringen führen die Hacker automatisierte Skripte aus, um Daten aus Cloud-Diensten wie Microsoft 365 und Okta zu ziehen.
„Diese Angriffe nutzen immer gezielte IT-Helpdesk-Voice-Phishing-Anrufe (Vishing), AiTM-Tools zum Erfassen von Zugangsdaten sowie den Diebstahl von Daten aus SaaS-Anwendungen, heißt es im Bericht.
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Fokus auf Unternehmen mit hohen Werten
Die Auswahl der Opfer hat sich im Sommer verändert. Bis Juni zielte die Gruppe meist auf Unternehmen aus Technologie, Transport und Gastgewerbe und wollte so Geschäftsgeheimnisse, Quellcodes und Kundendaten erlangen.
Im Monat darauf ging es um Finanz- und Rechtsunternehmen. Google beobachtete nun, dass die Infrastruktur der Gruppe auf Private-Equity-Unternehmen, Anwaltskanzleien und Rating-Agenturen ausgerichtet war.
Nach Angaben von Reuters erstellten die Hacker gefälschte Webseiten, um Passwörter von Mitarbeitern verschiedener Unternehmen auszuspähen. Unter anderem nennt Reuters Blackstone, Bridgewater Associates, Apollo Global Management, Bain Capital, KKR, TPG, CME Group, Clearlake Capital und Moodys.
Google erklärte, dass manche Unternehmen bezahlt haben, nannte aber keine Namen. Auch Reuters konnte nicht feststellen, bei welchen Unternehmen es tatsächlich zu einem erfolgreichen Angriff kam.
Die Angriffe zeigen, dass herkömmliche Betrugsmaschen weiterhin moderne Sicherheitstechnologien überwinden können. Obwohl Unternehmen viel in Sicherheitssoftware investieren, kann ein einziger Anruf ausreichen, um alle Schutzmaßnahmen zu umgehen.

