Der Finanzprofessor Jeremy Siegel von der Wharton-Universität sagt, die US-Notenbank (Federal Reserve) würde die Zinsen bereits erhöhen. Er macht den Druck durch die Zwischenwahlen 2026 und US-Präsident Trump dafür verantwortlich.
Siegel äußerte sich nach einem stärker als erwarteten Arbeitsmarktbericht für August. Trump schrieb zudem auf Truth Social und drohte, den Handel mit Ländern mit Überschuss einzustellen, falls die Fed die Zinsen nicht senkt.
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August-Arbeitsmarktdaten verändern die Zinsdebatte
Die US-Wirtschaft schuf 162.000 neue Arbeitsplätze im August. Das ist mehr als das Dreifache des durchschnittlichen monatlichen Zuwachses der vergangenen Monate. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,1% und das Lohnwachstum lag weiterhin bei 3,1% im Jahresvergleich.
Siegel bewertete den Arbeitsmarkt als angebotsgetrieben und nicht überhitzt. Die Erwerbsquote stieg auf 61,6%, zudem wurden die Zahlen für Juni und Juli zusammen um 55.000 neue Jobs nach oben korrigiert.
Das führte dazu, dass Trader nun eher auf eine Zinserhöhung als auf eine Zinssenkung setzen. Diese Veränderung spielt auch bei der anstehenden Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) in diesem Monat eine Rolle.
Dies stellt eine Trendwende dar, nachdem der Arbeitsmarktbericht für Juli schwach ausgefallen war.
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Trumps Drohung trifft auf eine straffere Fed-Politik
Trumps Beitrag vom Freitag wiederholte eine Forderung, die er bereits seit Monaten stellt.
„Wir sollten die NIEDRIGSTEN ZINSEN aller Länder der Welt haben … SENKT DIE ZINSEN, ODER ICH WERDE DEN HANDEL MIT LÄNDERN MIT DEFIZIT BEENDEN.
Trump veröffentlichte den Beitrag am Freitag, wie Reuters zuerst berichtete. Er hat die Fed mehrfach in diesem Jahr unter Druck gesetzt, die Zinsen zu senken.
Siegel sagte, die anstehenden Zwischenwahlen geben Trump einen zusätzlichen Anreiz, die Kreditkosten niedrig zu halten. Ein Zinsschritt im September wäre daher auch politisch schwierig für das Weiße Haus.
Fed-Chef Kevin Warsh hat jedoch kein solches Signal gegeben. Siegel verwies zudem auf ein Wachstum der Geldmenge M2 von etwa 10%, seitdem der Konflikt mit dem Iran begonnen hat.
Dieser Konflikt, ein kurzer Krieg zwischen den USA und Iran, endete im Juni. Das Wachstumsniveau bezeichnete Siegel als zu hoch.
Er wies darauf hin, dass Warsh die Geldmenge in seiner Jackson-Hole-Rede im vergangenen Monat als wichtigen Indikator genannt hatte.
Siegel erwartet, dass eine Zinserhöhung nur kurzfristig eine negative Reaktion der Märkte auslösen würde. Trader würden es wahrscheinlich begrüßen, wenn die Fed ihre Glaubwürdigkeit im Kampf gegen die Inflation unter Beweis stellt, solange die Zölle begrenzt bleiben.
Die diese Woche anstehenden Berichte zum Erzeugerpreis- und Verbraucherpreisindex, die am Donnerstag und Freitag veröffentlicht werden, sollten helfen, die Diskussion zu klären.

