Eric Trump verteidigte Elon Musk am Donnerstag und wies eine Kolumne von Bloomberg zurück, die den SpaceX-Gründer als jemanden darstellte, der stets zu viel verspricht. Seine Äußerung erfolgte am selben Tag, an dem 911 Millionen gesperrte SpaceX-Aktien zum Handel freigegeben wurden.
Die SpaceX-Aktie (SPCX) stieg dennoch. Die Aktien wurden am Donnerstagvormittag in New York nahe 112,76 USD gehandelt, ein Plus von 4,15%. Dieser Anstieg ist jedoch weniger bedeutend, als er aussieht.
SpaceX (SPCX) Aktienentwicklung. Quelle: Yahoo Finance
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Eric Trump antwortet Bloomberg mit SpaceX-Startzahlen
Im Bericht hebt Bloomberg zwar die Zuverlässigkeit der Falcon 9 und die Gewinne mit Starlink hervor, warnt jedoch, dass ein vollständiges Mobilfunknetz das Unternehmen überfordern könnte.
Ein Satz sorgte besonders für Aufsehen, da dort behauptet wurde, Musk habe eine lange Geschichte von überzogenen Versprechungen und zu geringer Lieferung.
Eric Trump zitierte diese Passage und entgegnete mit Startdaten.
“overpromising and underdelivering”
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Die Zahl der Flüge hält stand. SpaceX führte 165 Falcon-9-Missionen im Jahr 2025 durch. Das entsprach etwa 85% aller US-Orbitalstarts und war fast doppelt so viel wie Chinas Ergebnis. Ein Booster wurde 32-mal wiederverwendet.
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Die Massenangabe ist weniger belastbar. Öffentliche Statistiken zählen die Starts statt des Gewichts der Nutzlast, sodass die Behauptung von 80% bis 85% schwer überprüfbar ist. Musk teilte den Beitrag und nannte Bloomberg „Müll.
Die 18 Milliarden USD hinter dem Kursrückgang der SpaceX-Aktie
Keiner der beiden nannte den eigentlichen Grund für den Ausverkauf. SpaceX legte am Dienstag die Zahlen vor. Der Umsatz erreichte 7,8 Milliarden USD, ein Zuwachs von 92% und mehr als die erwarteten 6,8 Milliarden USD der Analysten.
Die Investitionen waren ausschlaggebend. SpaceX gab im Quartal 18,4 Milliarden USD aus, während die Prognosen bei etwa 13 Milliarden USD lagen. Das ist mehr als das Doppelte der erzielten Einnahmen.
Die Aktie fiel am Mittwoch um 13,61% auf 108,27 USD. Bloomberg hatte nichts damit zu tun. Jim Cramer hatte zuvor die Freigabe als Anlass genannt, mit dem Kauf zu warten.
Das Angebot ist ein weiteres Problem. Rund 911,5 Millionen Aktien wurden am Donnerstag nach der ersten Sperrfrist freigegeben. Diese Charge war beim Schlusskurs am Mittwoch etwa 98,7 Milliarden USD wert.
Der frei handelbare Anteil verdoppelt sich dadurch ungefähr. Er steigt von etwa 5% auf 12% des Unternehmens und belebt damit eine ältere Debatte über die Bewertung bei geringem Streubesitz erneut.
Zunächst haben sich die Shortseller stark positioniert. Börsendaten zeigen, dass zum Stichtag 15. Juli 165 Millionen Aktien leerverkauft waren, was etwa 26% des Streubesitzes entspricht. Spätere Meldungen sprechen bis zum 29. Juli sogar von rund 219 Millionen Aktien.
Dieses Detail erklärt den Donnerstag. Hohes Short Interest verleiht jeder positiven Kursbewegung zusätzlichen Antrieb, da Bären die Aktien zurückkaufen müssen, um ihre Positionen zu schließen.
Was Facebooks Freigabe 2012 über SpaceX-Aktien verrät
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt ein ähnliches Bild. Auch Facebook stand 2012 vor derselben Situation.
Nach der ersten Freigabe wurden am 16. August 271 Millionen Aktien handelbar. Der Kurs schloss an diesem Tag bei 19,87 USD, mehr als 6% im Minus, und verzeichnete ein Rekordtief. Das Volumen verfünffachte sich.
Die größere Freigabe verlief umgekehrt. Als am 14. November 773 Millionen Facebook-Aktien zum Handel kamen, stieg der Kurs um 12,6%. Mark Zuckerberg hielt 504 Millionen davon und erklärte, er werde nicht verkaufen.
Bewertungs-Experte Aswath Damodaran untersuchte das Muster bei vielen Börsengängen. Er fand heraus, dass die Freigabe im Schnitt einen Kursrückgang von 2% bis 5% zur Folge hat, aber etwa ein Drittel endet höher. Das Volumen steigt immer deutlich an.
Der Donnerstag wirkt daher gewöhnlich, nicht bullisch. Optimisten sehen hier dennoch einen Boden. Musk bezeichnete den Rückgang als eindeutigen Einstiegszeitpunkt. Ein Trader tätigte eine 20-Millionen-USD-Optionen-Investition auf eine Erholung.
Bis Dezember folgen acht weitere Tranchen, und Musks eigener Anteil bleibt bis 2027 gesperrt.

