Strive, BitMine und MicroStrategy haben am Montag jeweils neue Käufe von Kryptowährungen bekannt gegeben. Die beiden Bitcoin-Käufer allein gaben innerhalb einer Woche über 500 Millionen USD aus.
Teuer einzukaufen ist für diese Unternehmen das Geschäftsmodell, kein Fehler. Die Unternehmen machen aus Aktienverkäufen Coins, und Aktien verkaufen sich am besten, wenn die Kurse der Coins steigen.
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Was die drei Unternehmen gekauft haben
Strive, unter Leitung von Geschäftsführer Matt Cole, hat 1.800 Bitcoin (BTC) zu einem Durchschnittspreis von 79.431 USD hinzugefügt. Der Bestand stieg damit auf 23.156 BTC, was am Montag ungefähr 1,83 Milliarden USD entsprach.
Strive acquired an additional 1,800 BTC for $143M at an average cost of $79,431 per bitcoin, bringing total holdings to ₿23,156.$ASST $SATA pic.twitter.com/6ztKhC4PFF
— Matt Cole (@ColeMacro) August 31, 2026
Die Meldung legt den Mechanismus klar offen, nachdem Strive in dieser Woche 3.579.147 neue Class-A-Aktien ausgegeben hat, während das Bargeld zudem um 11,6 Millionen USD auf 183,5 Millionen USD gestiegen ist.
BitMine verfolgt eine andere Strategie. Der Bestand von 53.501 Ether (ETH) steht für die 65. Woche in Folge, in der das Unternehmen gekauft hat — eine ununterbrochene Serie seit Juni 2025.
Die Unterscheidung liegt im Ertrag: BitMine hat 5.067.309 ETH gestakt, das sind 86% des Bestands, über MAVAN, das amerikanische Validator-Netzwerk.
Vorsitzender Tom Lee rechnet damit, dadurch jährlich 335 Millionen bis 390 Millionen USD zu erwirtschaften. Das Unternehmen hält mittlerweile 4,9% des Ether-Angebots und liegt damit 133.888 Token unter dem 5%-Ziel, das Lee gesetzt hat.
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Congrats on reaching 5.9 million $ETH…
➡️ just 100k away from ‘alchemy of 5%’
???????????????? https://t.co/h25esmoJVm
— Thomas (Tom) Lee (not drummer) FundstratDirect.com (@fundstrat) August 31, 2026
Als dritter Käufer trat MicroStrategy auf. Die 4.603 Coins beendeten eine 10-wöchige Pause. Anders als BitMine gibt MicroStrategy sogar den Durchschnittspreis pro Coin an: aktuell 75.412 USD.
ETF-Geld drehte schon, bevor die Treasuries es taten
Warum jetzt? Die Antwort beginnt mit den Geldflüssen. US-Spot-Bitcoin-Fonds haben laut SoSoValue-Daten im August mehr als 3,3 Milliarden USD aufgenommen. Im Juni verzeichneten sie Abflüsse in Höhe von 4,5 Milliarden USD.
Bitcoin-ETF-Flüsse. Quelle: SoSoValue
Auch Ether-Fonds folgten dem gleichen Muster: Nach zwei Monaten mit Nettoabflüssen kamen etwa 1,75 Milliarden USD hinzu. Die Kurse reagierten entsprechend, Bitcoin stieg im Monat um 25,7% und Ether um 33,3%.
Diese Reihenfolge ist der Motor: Fondsnachfrage treibt die Coin-Kurse, steigende Coin-Kurse erhöhen den Wert des Treasury-Bestands und durch Verkäufe dieses Bestands können Unternehmen neue Coins kaufen.
Was sich im August sonst noch geändert hat
Kryptofonds verzeichneten laut Bank of America letzte Woche Zuflüsse von 3,2 Milliarden USD — das ist die größte wöchentliche Aufnahme seit Oktober 2025. Dies spricht für eine wachsende Zuversicht am Markt.
BREAKING: Crypto funds attracted +$3.2 billion in inflows last week, their largest weekly intake since October 2025.
The largest crypto ETF, $IBIT, attracted +$928 million last week, following +$1.3 billion in the prior week, its biggest 2-week inflow since October 2025.
As a… pic.twitter.com/RMRQVwZotK
— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) August 31, 2026
Laut einer verbreiteten Ansicht zog Kapital aus einer unsicheren KI-Blase ab, doch der Kalender widerspricht. Im Juli fand der größte Wertverlust statt, hier fiel der Philadelphia Semiconductor Index um 20,6%, während der KOSPI in Korea 22% nachgab. Im August hingegen entwickelte sich der Nasdaq 100 mit einem Plus von 4,2% positiver.
SOX-, KOSPI- und NASDAQ-Kursentwicklung. Quelle: TradingView
Die Rotation macht sich auch anderswo bemerkbar: Ausländische Investoren haben im August 10,17 Billionen Won aus koreanischen Aktien abgezogen. Die Handelsvolumina auf Upbit, der größten Börse des Landes, stiegen um das Achtfache.
Auch die USA trugen dazu bei: US-Präsident Donald Trump forderte am 19. August den Kongress auf, den CLARITY Act zu verabschieden. Eine Abstimmung im Senat wird für den 15. September erwartet.
Zudem hat die Treasury am gleichen Tag die Rückkäufe von langlaufenden Anleihen ausgeweitet — von 2 Milliarden auf mindestens 4 Milliarden USD pro Durchführung. Die Entlastung fiel jedoch gering aus: Die 30-jährige Rendite sank kurzfristig auf 5,19% und pendelte sich dann bei 5,25% ein.
Bitcoin handelte am Montag bei etwa 78.818 USD. Was für diese Unternehmen wirklich zählt, ist nicht ein fallender Coin-Kurs, sondern ein geschlossenes Finanzierungsfenster.

