Die US-Börsenaufsicht SEC hat am Dienstag ihren überarbeiteten Entwurf für die Krypto-Verwahrregel an das Weiße Haus geschickt. Der Text bleibt geheim, jedoch verraten die offiziellen Vermerke bereits viel über die geplante Richtung.
Der Vorschlag mit dem Titel „Änderungen zu den Verwahrregeln wurde am 25. August beim Office of Management and Budget (OMB) eingereicht. Diese Regel legt fest, wie Anlageberater Kryptowährungen für ihre Kunden halten dürfen.
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Die SEC bewegt die für Krypto-Institutionen wichtige Regel. Quelle: reginfo.govWas die Vermerke zur SEC-Krypto-Verwahrregel zeigen
Im Eintrag des OMB finden sich zwei Vermerke. Der erste lautet „ökonomisch signifikant. So werden Regeln gekennzeichnet, die wirtschaftliche Auswirkungen von mindestens 100 Millionen USD pro Jahr haben.
Der zweite Vermerk ist noch wichtiger. Die Einreichung ist unter der Rubrik Deregulierung nach Executive Order 14192 aufgelistet. US-Präsident Trump hat diese Verfügung im Januar 2025 unterschrieben. Sie verlangt, dass Behörden für jede neue Regel zehn alte Regeln streichen.
Noch bevor jemand den Text liest, steht die Richtung also fest. Die SEC plant, die Anforderungen zur Verwahrung von Kryptowährungen zu lockern und nicht zu verschärfen.
Das Abstract zur Agenda zeigt zudem zwei weitere Punkte. Es benennt Krypto-Assets ausdrücklich und plant einen offiziellen Vorschlag für Oktober. Damit beginnt auch die öffentliche Kommentierungsphase.
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Eine Kehrtwende nach zwei Jahren Vorbereitung
Die aktuelle Regel verlangt, dass Berater Kundenvermögenswerte bei einem qualifizierten Verwahrer wie einer Bank oder einem Broker verwahren. Nur wenige dieser Unternehmen nehmen Kryptowährungen an. Daher hatten Anlageberater kaum eine rechtssichere Möglichkeit, Kryptowährungen zu halten.
Der frühere SEC-Vorsitzende Gary Gensler wollte einen anderen Weg gehen. Seine Safeguarding-Regel aus 2023 hätte die Verwahrungspflichten ausgeweitet; zudem untersuchte sein Team mehrere Berater wegen der Verwahrung. Die SEC zog diesen Entwurf im Juni 2025 zurück.
Seitdem arbeiten bekannte Investoren an der Neufassung mit. Das Venture-Unternehmen Andreessen Horowitz forderte die SEC auf, die Verwahrregeln für Krypto zu modernisieren.
Im Dezember 2025 schickten Anwälte von Delphi Ventures und Multicoin Capital der Behörde ein Verwahr-Modell. Darin fordern sie, Multi-Signature- und MPC-Wallets nutzen zu dürfen. Bei diesen Werkzeugen ist die Kontrolle über die Schlüssel aufgeteilt; keine Partei kann Vermögenswerte allein verschieben.
Eine Woche, zwei Vorschläge und der Senats-Termin
Die Einreichung zu Verwahrregeln kam eine Woche, nachdem die SEC den Vorschlag Regulation Crypto Assets veröffentlicht hatte, der Vorgaben zur Finanzierung von Token macht. Beide Vorschläge betreffen unterschiedliche Teile des Marktes. Einer regelt, wie neue Projekte Kapital einsammeln, der andere, wie Institutionen Kryptovermögenswerte verwahren.
„Während wir mit den Bemühungen der Kommission fortfahren, für mehr Klarheit auf den Kryptomärkten zu sorgen, und während der Kongress daran arbeitet, einen langfristigen regulatorischen Rahmen zu schaffen, soll Regulation Crypto Assets klare Wege eröffnen, um gemäß den Wertpapiergesetzen Kapital einzusammeln, erklärte SEC-Vorsitzender Paul Atkins in der Behördenerklärung vom 18. August hier.
Im Kongress herrscht unterdessen Stillstand. Das Repräsentantenhaus verabschiedete den Clarity Act im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen. Das Gesetz soll die Aufsicht über Kryptowährungen zwischen SEC und Commodity Futures Trading Commission (CFTC) aufteilen. Es liegt seitdem im Senat und steht jetzt vor einer 60-Stimmen-Hürde um den 15. September. Die Aussichten auf eine Annahme sind ungewiss.
Die SEC wartet dieses Votum aber nicht ab. Zwei weitere Signale werden erwartet: Wie lange das OMB die Regel prüft und welche Unternehmen Termine beantragen, solange der Text unter Verschluss bleibt.

