Nvidia Quartalszahlen in vierzehn Tagen: Was erwartet Sie bei der NVDA-Aktie?

Zusammenfassung:Nvidia legt am 26. August die Quartalszahlen vor. Analysten erwarten rund 92 Milliarden Dollar Umsatz und 2,08 Dollar Gewinn je Aktie, was einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahr entspräche. Der eigene Ausblick liegt bei 91 Milliarden Dollar; ein leichter Überhang gilt als wahrscheinlich, da Nvidia zuletzt drei Quartale in Folge übertraf. Bank of America rechnet mit 94 bis 95 Milliarden Dollar und sieht das Q3-Ziel bei 107 bis 108 Milliarden Dollar. Genau dieser Ausblick dürfte die Stimmung stärker prägen als das reine Übertreffen. Risiken bleiben Speicherkosten von 40 bis 50 Prozent der Systemkosten sowie die milliardenschweren Beteiligungen an OpenAI und Anthropic, die Kritiker als Umsatzstütze werten. Auch die Debatte um eine KI-Blase verstärkt sich.

Nvidia gibt die Zahlen für das zweite Quartal am 26. August bekannt. An der Wall Street kennt man die wichtigsten Erwartungen bereits. Analysten rechnen mit etwa 92 Milliarden USD Umsatz und einem Gewinn pro Aktie von 2,08 USD. Das wäre doppelt so viel wie im Vorjahr.

Der Bericht erscheint in 14 Tagen. Nvidia hat einen Umsatz von 91 Milliarden USD angekündigt, daher rechnet man mit einem leichten Übertreffen dieser Vorgabe. Was darüber hinaus geschieht, dazu gehen die Meinungen der Analysten auseinander.

Was die Wall Street von Nvidias Zahlen zum zweiten Quartal erwartet

Die Telefonkonferenz beginnt um 17 Uhr ET. Besprochen wird das Quartal, das am 26. Juli endete. Nvidia setzte im Mai selbst den Maßstab. Im Ausblick hieß es: rund 91 Milliarden USD Umsatz, mit einer Abweichung von etwa 2%, und eine Bruttomarge von ungefähr 75%. Diese Zahlen stammen direkt aus dem Unternehmensausblick.

$NVDA NVIDIA Q1 FY27 (April quarter).

• Revenue +85% Y/Y to $81.6B ($2.6B beat).

• Operating margin 66% (+16pp Y/Y).

• Non-GAAP EPS $1.87 ($0.10 beat).

Q2 FY27 guidance:

• Revenue $91.0B ($3.0B beat). pic.twitter.com/7M5HKBWNrW

— App Economy Insights (@EconomyApp) May 20, 2026

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Der Vergleich zum Vorjahr ist einfach: Nvidia erzielte 1,05 USD Gewinn pro Aktie bei 46,7 Milliarden USD Umsatz. Ein Umsatz von 92 Milliarden USD wäre damit fast eine Verdopplung.

Ein Hinweis zur Gewinnprognose: TipRanks gibt einen Konsens von 2,08 USD aus den Schätzungen von 37 Analysten an. Zacks, dokumentiert bei Nasdaq, zeigt 2,01 USD von 11 Analysten. Die Differenz ist gering, sie entscheidet aber, was als Übertreffen der Erwartungen gilt.

Nvidia Konsensprognose Gewinn pro Aktie. Quelle: TipRanks

Die meisten Analysten sind sehr bullisch. Von den 37 erfassten Analysten empfehlen 36 den Kauf der Aktie, einer rät zum Halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei etwa 310 USD, die Schätzungen reichen von 250 bis 500 USD.

Auch Krypto-Trader haben ein besonderes Interesse. Bereits Nvidias Bericht im November 2025 trieb den Bitcoin-Kurs über 91.000 USD. Das AI-Sentiment beeinflusst inzwischen beide Märkte.

Nvidia hat die eigenen Prognosen drei Quartale in Folge übertroffen

Ein Übertreffen der Erwartungen ist zu erwarten, da dies zuletzt immer wieder geschah. Die Höhe der Überraschung ändert sich jedoch kaum.

  • Nvidia gab für das Quartal bis Oktober 2025 einen Ausblick von 54 Milliarden USD und erreichte 57 Milliarden USD.
  • Für Januar wurden 65 Milliarden USD prognostiziert, erzielt wurden 68,1 Milliarden USD.
  • Auch für April lag die Prognose bei 78 Milliarden USD, am Ende standen 81,6 Milliarden USD im Bericht.

Das entspricht einer Differenz von 3 Milliarden, 3,1 Milliarden und dann 3,6 Milliarden USD. Diese Zahlen stammen jeweils aus den Quartalsberichten von Nvidia.

Bank of America erwartet dieses Mal einen Umsatz von 94 bis 95 Milliarden USD. Das wäre ein Plus von 3 bis 4 Milliarden USD und passt genau in das bekannte Muster.

Bank of America expects $NVDA Nvidia to deliver a solid second-quarter beat.

The bank projects sales of $94–95 billion against the companys $91 billion guidance, implying $3–4 billion of upside.

For the third quarter it sees guidance rising 3–4% into the $107–108 billion…

— Semiconductor Insider (@SemiconductorsX) August 8, 2026

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Eine große Überraschung wäre es also eher, wenn der Überhang nur gering ausfällt und nicht massiv ist.

Das Wachstumstempo wird kaum beachtet

Hier verändert sich das Bild. Das Umsatzwachstum von Quartal zu Quartal lag zuletzt dreimal bei etwa 20%.

Nvidias Umsatzprognose von 91 Milliarden USD entspricht jedoch nur einem Wachstum von 11,5%. Selbst die 95 Milliarden USD von Bank of America bedeuten 16%. Das ist in beiden Fällen das niedrigste Tempo seit über einem Jahr.

Im Jahresvergleich wirken die Zahlen mit etwa 97% immer noch gewaltig. Der Grund dafür ist aber die niedrige Vergleichsbasis; das Wachstumstempo nimmt nicht weiter zu.

All dies bedeutet nicht, dass die Nachfrage nachlässt. Es erklärt jedoch, warum ein knappes Übertreffen der Prognosen die Aktie nicht unbedingt deutlich bewegen muss.

Der zu erwartende Ausblick liegt bei 108 Milliarden USD

Laut Bank of America-Analyst Vivek Arya rechnet man für das dritte Quartal mit einem Ausblick von 107 bis 108 Milliarden USD. Derzeit erwarten Analysten im Schnitt etwa 104 Milliarden USD. Arya empfiehlt weiter den Kauf und setzt ein Kursziel von 350 USD.

James Schneider, Analyst bei Goldman Sachs, bleibt ebenfalls beim Kauf-Rating, gibt aber ein Kursziel von 285 USD an. Er sieht beim Ausblick deutliche Chancen nach oben, warnt jedoch, dass die Erwartungen nach einer 12%-Rallye in zwei Wochen hoch liegen.

Die Prognosen von Goldman Sachs für 2026 und 2027 liegen um 6% beziehungsweise 19% über dem Konsens. Trader können dies mit der aktuellen Kursprognose für Nvidia abwägen.

Auch am Optionsmarkt gibt es eine klare Einschätzung: Kontrakte mit Ablauf am 28. August deuten auf eine Kursbewegung von 6,75% und eine Schwankungsbreite von etwa 209 bis 239 USD. Am Mittwoch notierte die Aktie bei etwa 224 USD, nachdem sie am Vortag bei 217,50 USD geschlossen hatte.

Nvidia (NVDA) Aktie: Erwartete Kursbewegung für Optionen, die am 28. August auslaufen, zwei Tage nach den Q2-Ergebnissen. Quelle: OptionChartsWas zwischen Vera Rubin und den Speicherkosten schiefgehen könnte

Nvidia hat die Vera Rubin Plattform am 31. Mai vollständig in die Produktion gebracht. Die Auslieferungen beginnen im Herbst.

„Agentic AI ist eine neue Art von Arbeitslast. Eine einzige Eingabe kann eine tausend Schritte lange Kette aus logischem Denken, Abruf, Nutzung von Werkzeugen und Generierung von Antworten starten. Vera Rubin wurde für diesen Moment entwickelt, sagte Jensen Huang, Nvidia Gründer und Vorstandsvorsitzender, in der Ankündigung des Unternehmens.

  • Speicher ist das Kostenproblem.

Speicher macht nun 40% bis 50% der Kosten für den Aufbau eines Systems aus. Früher waren es 15% bis 20%.

Bank of America sieht dennoch stabile Margen von etwa 73% bis 74%. Bei Rubin Racks beeinflussen die Speicherkosten die Marge um etwa 60 Basispunkte. Größere Pod-Systeme könnten von 500 Basispunkten betroffen sein.

  • Zudem gibt es die Finanzierungsfrage.

Nvidia hat etwa 70 Milliarden USD in Partner investiert, darunter 30 Milliarden USD in OpenAI und 10 Milliarden USD in Anthropic. Kritiker sagen, das stütze das eigene Auftragsbuch.

Around and around we go.

Nvidia to guarantee $200 billion of ChatGPTs spending on $NVDA chips. pic.twitter.com/9iSIUd3bk2

— Cassandra Unchained (@michaeljburry) July 27, 2026

Bank of America beziffert dies auf 15% des erwarteten freien Cashflows in 2026 und 2027. Skeptiker bleiben dennoch unbeeindruckt, daher verstärkt sich die Debatte um eine KI-Blase.

Lieferanten zeichnen ein anderes Bild. Supermicros Rekord-Auftragsbestand bei KI zeigt eine Nachfrage, die weiterhin stark ist.

Das ist am 26. August zu beachten

Die Situation ist ungewöhnlich. Nvidia könnte um 4 Milliarden USD übertreffen und dennoch enttäuschen, denn der Fokus liegt bereits auf dem Oktober-Quartal.

Investoren erwarten zudem den Nachweis, dass die Nachfrage von außerhalb stammt. Diese Zweifel wuchsen, nachdem Nvidia begann, eigene Kunden zu finanzieren.

Voraussichtlich wird die Prognose wichtiger als das reine Übertreffen der Erwartungen sein. Ob dort 108 Milliarden USD genannt werden, könnte das Stimmungsbild für die kommenden Monate bestimmen.

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