Trump fordert niedrigere Zinsen, während die Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen steigt: Sorgen wegen der Zwischenwahlen?

Zusammenfassung:US-Präsident Trump fordert die weltweit niedrigsten Zinsen, während die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Erhöhung bei 86% liegt und die Midterms zusätzlichen Druck auf die Entscheidung am Mittwoch ausüben.

Der damalige US-Präsident Donald Trump sagte am Sonntag, dass die Vereinigten Staaten immer den weltweit niedrigsten Zinssatz zahlen sollten, egal wie die Daten ausfallen. Diese Aussage machte er wenige Tage vor der Fed-Sitzung am Mittwoch.

Die aktuellen Zahlen zum Verbraucherpreisindex zeigten den stärksten Anstieg seit vier Monaten. Daher erhöhen Trader nun ihre Investitionen auf eine Zinserhöhung in dieser Woche.

Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhung steigt: Trump fordert Gegenteil

Der Markt sieht aktuell die Wahrscheinlichkeit bei etwa 86%, dass die Fed ihren Leitzins von 3,5% auf 3,75% anhebt. Das wäre die erste Zinserhöhung seit drei Jahren.

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Die Chancen steigen, während die nächste Sitzung näher rückt. Bildquelle: CME

Hohe Inflation wird zudem durch Zölle und gestiegene Energiekosten im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran verstärkt.

Trump äußerte sich dazu beim Irish Open Golfturnier in Irland. Dort sprach er, obwohl sein eigener Kandidat für den Vorsitz der Fed, Kevin Warsh, immer mehr unter Druck steht, eine straffere Geldpolitik einzuführen.

„Ich kenne mich mit Formeln besser aus als jeder andere, und mit der besten Kreditwürdigkeit der Welt machen wir andere Länder reich.

Vor zwei Wochen verschärfte Trump seinen öffentlichen Druck und drohte damit, den Handel mit Defizitländern einzustellen, falls die Zinsen nicht sinken.

Kongresswahlen verleihen der Entscheidung politisches Gewicht

Die Sitzung der Fed findet nur wenige Wochen vor den Halbzeitwahlen statt, die über die Kontrolle im Kongress entscheiden könnten. Eine Zinserhöhung birgt das Risiko, dass die Unzufriedenheit der Wähler wegen steigender Lebenshaltungskosten wächst.

Jeremy Siegel sagt, Trumps Druck vor den Wahlen sei eine der wenigen Kräfte, die eine Zinserhöhung noch verhindern könnten. Das gilt, obwohl die Wahrscheinlichkeit für eine Erhöhung nach den letzten Inflationsdaten bereits über 850 liegt.

Der Leiter des National Economic Council, Kevin Hassett, erklärte, Trump werde Warshs Unabhängigkeit in jedem Fall verteidigen. Allerdings fügte er hinzu, dass Trump mit einer Erhöhung des Zinssatzes nicht zufrieden wäre.

Ob die Fed am Mittwoch wirklich die Zinsen erhöht, hängt daher vermutlich weniger von Trumps Forderungen, sondern eher von Warshs politischem Handlungsspielraum ab.

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