Gold ist am Freitag über 4.600 USD je Unze gestiegen. Damit erreichte das Edelmetall den höchsten Stand seit drei Monaten und steuert auf einen Gewinn von fast 5% in dieser Woche zu.
Ein schwächerer US-Dollar und neue Sorgen über Schulden in den USA führen dazu, dass Investoren Sicherheit suchen.
Gold more 3-month highs… closing in on $4600 pic.twitter.com/8W3m3RhEVr
— Mike Zaccardi, CFA, CMT ???? (@MikeZaccardi) August 21, 2026
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Was treibt die Gold-Rallye an?
Am Freitag lag der Spotpreis für Gold zwischen 4.580 USD und 4.600 USD, während die Futures laut TradingView-Daten fast 4.650 USD erreichten. Die Rallye entsteht durch zwei Faktoren:
- Ein schwächerer US-Dollar, neue Sorgen wegen der steigenden Schulden in den USA und die Entscheidung des Finanzministeriums, die Rückkäufe langlaufender Anleihen zu verdoppeln, haben Investoren zu Vermögenswerten ohne laufende Erträge gelenkt.
- Mit dieser Maßnahme soll der Anleihemarkt stabilisiert werden, nachdem die 30-jährige US-Staatsanleihe den höchsten Stand seit 2007 erreicht hat. Die Ankündigung drückte die Renditen zunächst nach unten und schwächte den US-Dollar weiter, was Gold zusätzlichen Auftrieb gab.
Bekannte Stimmen aus dem Markt betonen die Bedeutung dieser Entwicklung. Der Ökonom Mohamed El-Erian stellte fest, dass Gold zu den herausragenden Gewinnern gehörte und zusammen mit dem Anstieg des Bitcoin-Kurs auf über 79.000 USD herausstach.
Der bekannte Gold-Befürworter Peter Schiff sieht in der Gold-Rallye einen Beweis dafür, dass die Federal Reserve ihre Glaubwürdigkeit beim Inflationsziel verloren hat.
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Gold hitting $4,600, silver near $70, oil over $87, and Bitcoin's earlier spike above $79K show the Fed has lost all credibility on its commitment to returning inflation to 2%. Treasury made it clear the Fed will choose inflation, so investors are choosing their preferred hedge.
— Peter Schiff (@PeterSchiff) August 21, 2026
Das Sentiment unter professionellen Investoren hat sich ebenfalls stark verändert. Die aktuelle Global Fund Manager Survey der Bank of America zeigt, dass netto 16% der Manager Gold jetzt als unterbewertet einschätzen. Das ist der höchste Wert seit März 2023 und ein deutlicher Anstieg gegenüber nur 6% im Juli.
Auch die strukturelle Unterstützung bleibt stark. Zentralbanken kauften weiter aggressiv Gold, dabei erreichten die Käufe im zweiten Quartal einen Rekordwert.
16% der Fondsmanager glauben nun, dass Gold unterbewertet ist, so viele wie seit März 2023 nicht mehr. Quelle: Bank of America/@Barchart
Die US-Staatsschulden haben zuletzt 40 Bio. USD überschritten. Das verstärkt die fiskalischen Sorgen und macht Gold attraktiver als Schutz gegen eine Entwertung der Währung.
Steigende Renditen bei US-Anleihen zeigen oft, dass Investoren sich um die langfristige Tragfähigkeit der Schulden sorgen. Gold profitiert gewöhnlich, wenn sowohl die Renditen als auch der Dollar nachgeben.
Wie geht es mit der Gold-Rallye weiter?
Analysten sind sich beim weiteren Verlauf uneinig. Einige sehen den Ausbruch über den 200-Tage-Durchschnitt als Bestätigung für erneutes bullisches Momentum und halten ein Ziel von 5.000 USD für möglich, falls die Schwäche des US-Dollar anhält.
Andere warnen jedoch davor, dass steigende Ölpreise und anhaltende Inflation die Renditen erneut unter Druck setzen könnten, was den weiteren Anstieg von Gold kurzfristig begrenzen würde.
„…Gold setzt seinen starken Anstieg fort und gewinnt 1,8% am Tag und 5,1% in dieser Woche. Er notiert damit bei 4.600 USD und damit deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt, welcher ein technischer Auslöser für neues Momentum war, und auch über dem 0,382 Fibonacci-Retracement der Korrektur von Januar bis Juni bei 4.574 USD. Das nächste Ziel ist das 0,5-Retracement und das lokale Hoch aus dem Mai um 4.770 USD…, sagte Analyst Ole S Hansen auf X.
Gold (XAU) Kursprognose. Quelle: X/@Ole_S_Hansen
Auch Silber verzeichnet eine steigende Bewegung in Richtung 70 USD und unterstützt das positive Narrativ für Edelmetalle. Investoren wechseln daher verstärkt zu Sachwerten, da das Vertrauen in traditionelle geldpolitische Instrumente sichtlich abnimmt.
Im Moment bestätigt der Anstieg von Gold über 4.600 USD die Rolle des Metalls als bevorzugter sicherer Hafen angesichts fiskalischer Unsicherheit und sich verändernder geldpolitischer Erwartungen auf globalen Märkten.
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