Michael Saylor weist virale Behauptungen über 5 Milliarden USD schweren Bitcoin-Verkauf von MicroStrategy zurück

Zusammenfassung:Michael Saylor bezeichnet die viral verbreitete Meldung über einen 5-Milliarden-USD-Bitcoin-Verkauf als alte Nachricht: Die Summe stamme aus dem am 29. Juni angekündigten Kapitalplan von Strategy (früher MicroStrategy), der BTC-Verkäufe lediglich erlaube, aber nicht verlange. Eine ‚Never-Sell-Politik habe nie bestanden; langfristig bleibe man Netto-Käufer. Der Account Watcher Guru löschte den Beitrag. Ein gemeldeter Verlust von 8,22 Milliarden USD im Juli war fast vollständig ein Buchverlust. Zwischen April und Juni kaufte das Unternehmen 85.296 Bitcoin und verkaufte 1.395. Die Verkäufe 2026 beliefen sich bis zum 26. Juli auf 218,4 Millionen USD, alles für Dividenden; 135 Millionen davon entfielen auf Juli. Zudem pausierte Strategy fünf Wochen lang Käufe; der Bitcoin-Kurs lag am Sonntag bei etwa 63.378 USD.

Michael Saylor sagt, die 5-Milliarden-USD-Bitcoin-Verkaufsgeschichte, die sich am Wochenende auf X (Twitter) rasch verbreitete, war nie eine Neuigkeit. Jeder USD davon, sagt er, wurde bereits vor einem Monat veröffentlicht.

Die Behauptung verbreitete sich sehr schnell. MicroStrategy (jetzt Strategy) hatte gerade die Genehmigung erhalten, bis zu 5 Milliarden USD an Bitcoin (BTC) zu verkaufen, so die Beiträge. Saylor sieht darin alte Nachrichten in neuem Gewand.

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Woher stammt die 5-Milliarden-USD-Zahl?

MicroStrategy kündigte am 29.6.2026 einen neuen Kapitalplan an. Darin gibt es ein BTC-Monetisierungsprogramm. Dieses Programm erlaubt es dem Unternehmen, Bitcoin zu verkaufen. Es verpflichtet allerdings nicht dazu.

Der Plan setzte vier Ausgabenlimits fest.

  • 1,25 Milliarden USD zur Wiederaufstockung der Barreserve
  • 1 Milliarde USD zum Rückkauf von Vorzugsaktien
  • 1 Milliarde USD zum Rückkauf von Stammaktien
  • Etwa 1,76 Milliarden USD jährlich für Dividenden- und Zinszahlungen

Zählt man alles zusammen, erhält man 5,01 Milliarden USD. Das ist die Zahl, die viral ging. Sie wurde bereits vor fünf Wochen veröffentlicht.

Warum musste die Barreserve wieder aufgefüllt werden? Sie war bis zum 25.5. auf 871 Millionen USD geschrumpft. MicroStrategy hatte gerade 1,38 Milliarden USD Bargeld für die Schuldenrückzahlung verwendet.

BeInCrypto berichtete über den Wechsel zur aktiven Verwaltung, als der Plan veröffentlicht wurde.

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Die „Never Sell-Regel, die nie existierte

Warum glaubten einige, MicroStrategy würde niemals verkaufen?

Weil Saylor das so sagte. Im Februar 2025 schrieb er „Never sell your Bitcoin. Seine Anhänger behandelten diese Aussage wie ein Gesetz.

Never sell your Bitcoin.

— Michael Saylor (@saylor) February 2, 2025

Das Unternehmen war da jedoch bereits weiter. Vorstandschef Phong Le sagte am 26.5., der Verkauf von Bitcoin gehöre zum Instrumentenkasten. Investoren erfuhren das bei der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des ersten Quartals. Link.

Das war fünf Wochen vor dem 29.6. MicroStrategys erster Verkauf seit 2022 erfolgte wenige Tage später, um eine Dividende auszuzahlen.

Saylor trennt nun seinen eigenen Rat von den Richtlinien des Unternehmens.

Old news presented as new. Strategy announced this authorization on June 29 as part of its capital-management framework. It permits, but does not require, BTC sales for stated purposes. No new authorization was announced, and we expect to remain a net buyer of Bitcoin over time.

— Michael Saylor (@saylor) August 1, 2026

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Wir hatten nie eine „Never Sell-Politik. Das Programm verpflichtet nicht zum Verkauf von BTC, und wir erwarten, langfristig Netto-Käufer von Bitcoin zu bleiben.

Watcher Guru, der Account hinter dem viralen Beitrag, hat diesen inzwischen gelöscht.

Was die Zahlen tatsächlich zeigen

Der Zeitpunkt ist der Kern der Debatte. MicroStrategy meldete am 30.7. einen Verlust von 8,22 Milliarden USD. Fast der gesamte Betrag war ein Buchverlust. Der Bitcoin-Kurs fiel, daher sank auch der Wert des Bestands.

Eine Entscheidung aus Juni als Reaktion auf einen Verlust im Juli zu sehen, bringt die Reihenfolge durcheinander.

Die Handelsaktivität zeigt einiges. MicroStrategy kaufte zwischen April und Juni 85.296 Bitcoin. Verkauft wurden 1.395. Das bedeutet, es wurden 61 gekauft für jeden verkauften Coin. Der Bestand stieg trotzdem um 11 % auf 846.000 BTC.

Die Verkäufe in diesem Jahr erreichten bis zum 26.7. ein Volumen von 218,4 Millionen USD. Alles davon floss in Dividenden. Das sind 0,4 % eines Bestands im Wert von 54,8 Milliarden USD.

Die Verkäufe nehmen jedoch zu. Etwa 135 Millionen USD davon wurden bereits im Juli getätigt. Das übertrifft den gesamten zweiten Monat des Quartals. MicroStrategy hat zudem seine Bitcoin-Käufe für fünf Wochen pausiert.

Bitcoin wurde am Sonntag für etwa 63.378 USD gehandelt, ungefähr die Hälfte des Rekords im Oktober. Weiterhin Netto-Käufer zu sein, hängt aktuell von günstigem Geld ab, nicht von Überzeugung.

Bitcoin-Kursentwicklung. Quelle: BeInCrypto

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