China setzt Frist für breite Einführung selbstfahrender Fahrzeuge bis 2030

Zusammenfassung:China gibt Autoherstellern bis 2030 Zeit für selbstfahrende Fahrzeuge in großem Maßstab und strebt 70% NEV-Verkäufe an, neue Roadmap veröffentlicht.

China hat eine Frist bis 2030 für die breite Einführung von selbstfahrenden Fahrzeugen gesetzt, wodurch die chinesischen Autobauer eine staatlich unterstützte Zielvorgabe erhalten, die westliche Konkurrenten nun erreichen müssen.

Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie hat den Plan am Freitag zusammen mit acht weiteren Abteilungen veröffentlicht. Er gilt für den nächsten fünfjährigen Wirtschaftszyklus des Landes.

China: Selbstfahrende Fahrzeuge bekommen staatliche Frist

Bis 2030 sollen Fahrzeuge mit autonomen Fahrfunktionen weit verbreitet sein. Hochautomatisierte Systeme sollen zudem Autobahnen, städtische Schnellstraßen und ausgewählte Stadtstraßen steuern können.

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Peking strebt an, dass diese Systeme bei der Sicherheit den Menschen deutlich überlegen sind. Daher gehen die Ziele über die bloße Einführung hinaus und betreffen auch Haftung, Versicherungen und das Vertrauen der Bevölkerung.

Der Plan setzt zudem weitere konkrete Vorgaben. Pkw sollen durchschnittlich 3,3 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer verbrauchen. Bei batterieelektrischen Modellen liegt das Ziel bei rund 11,5 Kilowattstunden je 100 Kilometer.

China wirkt bereits bei der Entwicklung von Regelwerken mit. Das Land hat maßgeblich an der ersten globalen technischen Vorschrift für automatisierte Fahrsysteme mitgearbeitet, die Regulierungsbehörden im Juni übernommen haben. Außerdem fordert der Plan, bis 2030 eine stärkere Rolle bei internationalen Standards einzunehmen, in Anlehnung an Pekings verstärkten Einsatz von Exportkontrollen als Druckmittel.

Neue Energieziele setzen schwächere Autobauer unter Druck

Neue Energiefahrzeuge sollen bis 2030 einen Anteil von 70% an den Verkäufen neuer Pkw und 40% bei Nutzfahrzeugen erreichen. Im August lag deren Marktanteil bereits bei 60,6%.

Allerdings will Peking auch weniger Wettbewerber. Erstmals enthält ein Autoplan Vorgaben zur Begrenzung von Überkapazitäten. Er fördert zudem Fusionen und Zusammenschlüsse über Provinzgrenzen hinweg, nachdem die Kapazitätsauslastung im ersten Quartal nahe 70% lag.

Der Plan zielt darauf ab, dass mehrere chinesische Autobauer unter die globalen Top Ten nach Verkaufszahlen kommen. Für Zulieferer gelten ähnliche Ziele, denn laut Plan sollen chinesische Teilehersteller unter die globalen Top 100 gelangen. Die Arbeitsproduktivität soll zudem gegenüber 2025 um 15% steigen.

Im Gegensatz dazu muss Tesla weiterhin die Zweifel von Investoren angesichts des Fortschritts beim vollautonomen Fahren aushalten, während chinesische Wettbewerber eine staatliche Fünf-Jahres-Vorgabe erhalten.

Chinesische Robotik-Unternehmen bekamen in diesem Jahr ähnliche staatliche Unterstützung beim Börsengang, was einen Boom von Embodied AI in Shanghai ausgelöst hat. Die kommenden fünf Jahre werden zeigen, ob sich dieses Vorgehen auch auf die Automobilbranche übertragen lässt.

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