Micron-CEO Sanjay Mehrotra sagt, dass Speicher die strategische Infrastruktur im Zeitalter der künstlichen Intelligenz geworden ist. Seiner Ansicht nach hat sich dadurch die Wirtschaftlichkeit einer sonst zyklischen Branche dauerhaft verändert.
Diese Aussagen machte er am Donnerstag an einem Halbleiter-Produktionsstandort nahe dem Unternehmenssitz in Boise, Idaho. Das Unternehmen baut dort zwei Fertigungsanlagen, die Teil einer geplanten Investition von 250 Milliarden USD in die US-Produktion und Forschung sind.
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Warum Mehrotra Speicher als Infrastruktur bezeichnet
Speicher wurde lange Zeit von Zyklen bestimmt. Eine starke Nachfrage zog neue Kapazitäten an, ein Überangebot drückte die Preise wieder nach unten.
Mehrotra ist überzeugt, dass KI eine beständigere Nachfragequelle geschaffen hat. Dies verändert laut ihm auch den Wert, den Kunden Speicher zuweisen. Kunden können Speicher nicht mehr nur als Ware ansehen, die hauptsächlich nach dem Preis gekauft wird.
Stattdessen muss Speicher immer öfter eng mit den Prozessoren und Systemen, die ihn nutzen, zusammenarbeiten. Dieser Wandel macht Speicher bedeutender für die Gesamtleistung eines Systems.
„Deshalb nenne ich es die strategische Infrastruktur des KI-Zeitalters“, sagte er. „Heute gibt es keine KI ohne Speicher. KI-Systeme benötigen mehr Speicher”, erklärte er.
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Was die Zahlen zeigen
Die Ergebnisse von Micron belegen diese Aussage. Im dritten Geschäftsquartal lag der Umsatz bei 41,46 Milliarden USD, verglichen mit 9,30 Milliarden USD im Vorjahr.
Die Bruttomarge erreichte 84,6 % des Umsatzes, nachdem sie im Vorjahr bei 37,7 % lag. Das Unternehmen erwartet für das vierte Geschäftsquartal eine Marge von etwa 86 %.
Die Versorgung bleibt die Einschränkung. Der CEO gab an, dass Micron weiterhin nicht genug Speicher herstellen kann, um die Nachfrage zu decken. Besonders Rechenzentrums-Kunden wünschen rund 50 % mehr Speicher als das Unternehmen liefern kann.
Mehrotra erwartet, dass die Nachfrage noch weiter zunimmt. Er nennt autonome Fahrzeuge, Roboter und KI-fähige Endkundenprodukte als zukünftige Käufergruppen.
Allerdings gibt es dafür auch Kritik. Eine Klage im Juni wirft Micron, Samsung und SK Hynix vor, die Preise für dynamische RAM-Speicherchips (DRAM) künstlich zu erhöhen.
Gleichzeitig fahren chinesische Hersteller wie CXMT aktuell ihre Produktion hoch, was den von Mehrotra beschriebenen, durch KI veränderten Preiswettbewerb erneut beleben könnte.
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