Ex-Fed-Chef Dudley warnt: Aktien befinden sich in einer Blase, Treasury erhöht Rückkäufe

Zusammenfassung:Der frühere New-York-Fed-Präsident Bill Dudley warnt vor einer Blase am US-Aktienmarkt. Er verweist auf das Shiller-CAPE-Verhältnis von fast 41 sowie den Buffett-Indikator von rund 240 Prozent, die beide auf eine deutliche Überbewertung hindeuten. Zudem erwartet er, dass das Wachstum der KI-Investitionen bis 2027 nachlässt und hinterfragt die erwarteten Umsätze von zwei Billionen Dollar. Angesichts der gestiegenen Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen auf über 5,3 Prozent hat das Finanzministerium die Rückkäufe verdoppelt. Dudley betont jedoch, dass die Haushaltslage die Arbeit der Fed unabhängig von solchen Maßnahmen erschwert.

Bill Dudley, ein früherer Präsident der Federal Reserve Bank of New York, sagt, dass der US-Aktienmarkt sich in einer Blase befindet. Er verweist auf stark gestiegene Bewertungen und eine abnehmende Dynamik im Bereich der Investitionen in künstliche Intelligenz (KI).

Dudley erwähnte dies diese Woche im Interview mit Bloomberg Television, während Finanzminister Scott Bessent Maßnahmen ergreift, um einen deutlichen Anstieg der langfristigen Anleiherenditen einzudämmen.

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Hohe Bewertungen stützen die Warnung vor einer Blase

Dudley nennt das Shiller CAPE Ratio, das Shiller zyklisch bereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis, das aktuell bei fast 41 liegt. Der durchschnittliche Wert der letzten 25 bis 30 Jahre beträgt etwa 17, der Rekordwert lag im Dezember 1999 bei 44. Einfach gesagt zahlen Investoren heute deutlich mehr für jeden Dollar Unternehmensgewinn, als historisch als sicher gilt.

Außerdem verweist er auf den Buffett Indikator, also das Verhältnis vom Wert des Aktienmarkts zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), der aktuell bei rund 240% liegt. Warren Buffett hat angemerkt, dass Werte über 100% auf einen überbewerteten Markt deuten. Dieser Indikator zeigt daher eine starke Überbewertung am Aktienmarkt an.

Der Buffet Indikator zeigt einen massiv überbewerteten Aktienmarkt. Bildquelle: Long Term TrendsInvestitionen in KI könnten künftig abnehmen

Dudley erwartet, dass das Wachstum der Investitionen (Capex) bei großen KI-Cloud-Anbietern, die KI-Infrastruktur bauen, im Jahr 2027 langsamer wird. Dies könnte die Gewinnspannen in diesem Sektor und bei den Zulieferern verringern.

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Zudem stellt er infrage, ob die Branche tatsächlich die geschätzten 2 Billionen USD Umsatz erreichen kann, die für die aktuelle Höhe der Investitionen nötig wären. Historisch gesehen, so Dudley, würden zusätzliche Gewinne aus großen Technologiewellen meist geringer, wenn immer mehr Wettbewerber einsteigen.

Berichten zufolge verhandelt Broadcom über ein Chip-Finanzierungspaket von bis zu 100 Milliarden USD. Dieses Vorhaben soll die Börsenpläne von Anthropic unterstützen. Das KI-Unternehmen strebt einen Börsengang bereits im Oktober an.

Maßnahmen des Finanzministeriums erhöhen den Druck

Die Rendite für 30-jährige US-Staatsanleihen ist diese Woche auf über 5,3% gestiegen — der höchste Wert seit 2007. Das US-Finanzministerium hat darauf mit einer Verdopplung der Rückkäufe langfristiger Anleihen reagiert.

Dudley sagt jedoch, dass die aktuelle Haushaltssituation die Arbeit der Federal Reserve erschwert, unabhängig von den Maßnahmen am Anleihemarkt.

„Die Fed muss die Welt nehmen, wie sie ist.

— Bill Dudley, Bloomberg

In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob das Wachstum der KI-Investitionen schnell genug nachlässt, um eine stärkere Korrektur am Markt zu verhindern.

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