Die Untersuchung zum Ledger-Implantat weist laut dem Update vom 13. Oktober weiterhin auf einen einzelnen Verkäufer: den südostasiatischen Wiederverkäufer CryptoBilis. Nutzer reagierten allerdings innerhalb von Minuten und gaben an, dass manipulierte Geräte ebenfalls bei MediaMarkt, einer großen europäischen Elektronikkette, gefunden wurden.
Ledger gibt an, die Berichte über Implantate in anderen Signern und an weiteren Standorten zu prüfen. Das Update nannte jedoch keinen anderen Händler außer CryptoBilis. Kritiker bewerten dieses Schweigen als Verharmlosung.
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Ist das Ledger-Implantat-Problem größer als ein einzelner Wiederverkäufer?
Nach Angaben von Ledger Donjon, dem internen Sicherheitsteam des Unternehmens, liest das Implantat die Wiederherstellungsphrase während der Einrichtung vom Bildschirm ab. Anschließend sendet es die 24 Wörter über eine Mobilfunkverbindung weiter.
Update from Ledger Donjon on the CryptoBilis investigation ????@DonjonLedger is investigating Ledger signers sold by CryptoBilis, a reseller in Southeast Asia, that contained an unauthorized hardware implant. Ledger confirmed this on October 10th for one affected user's signer.…
— Ledger (@Ledger) October 13, 2026
Trotzdem argumentieren mehrere Nutzer, dass das Problem über Asien hinausgeht. In den Antworten wurde wiederholt nachgefragt, warum im Update MediaMarkt und andere europäische Standorte nicht genannt werden.
Ein Nutzer behauptete, dass die Lieferkette von Ledger auch in Europa kompromittiert sei. Seinen Angaben nach enthielt ein zweites Gerät aus einer anderen MediaMarkt-Filiale die gleichen zusätzlichen Kabel und das Mobilfunkmodul. Er forderte zudem einen Rückruf und teilte zur Beweisführung ein Unboxing-Video.
Here is the video proof, fresh device, directly from the store, video quality is kinda bad, sorry pic.twitter.com/TbW3cUp4pR
— Johannes (4, 4) (@0xJohannes_) October 12, 2026
Im Geschäft habe man die Bestände zu Aqipa, einem europäischen Elektronik-Distributor, zurückverfolgt, ergänzte der Nutzer. Das Gerät wurde inzwischen an Ledger zur Analyse gesendet.
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Bisher hat Ledger keinen Fall außerhalb von CryptoBilis bestätigt.
Wer übernimmt Verluste durch manipulierte Signer?
Ledger bittet betroffene Nutzer, sich an den Support zu wenden, damit die Fälle aufgenommen werden können, und eine Anzeige bei der Polizei zu machen. Im Update wurde eine Entschädigung allerdings nicht angesprochen.
Ledger hat außerdem nicht bestätigt, wie viele Nutzer Guthaben verloren haben oder wie hoch der Gesamtwert ist. Ein Trader verlor Berichten zufolge 6,6 Millionen USD in Bitcoin, nachdem er über den Wiederverkäufer gekauft hatte.
Die Genuine Check-Funktion von Ledger, ein integrierter Authentizitätstest, prüft den Sicherheitschip, jedoch nicht alle anderen Bauteile. Daher kann ein versteckter Spy-Chip diesen Test trotzdem bestehen.
Das Unternehmen warnt außerdem, dass es niemals Nutzer anrufen, direkt kontaktieren oder nach der Wiederherstellungsphrase fragen wird.
Ledger empfiehlt Käufern von CryptoBilis weiterhin, die Guthaben auf einen neuen Signer mit frischer Wiederherstellungsphrase zu übertragen. Einige Halter wiegen jetzt ihre Hardware-Wallets, um Manipulation zu erkennen, wobei jedoch ein identisches Gewicht wenig aussagt.
Derzeit verschiebt der Ledger-Implantat-Fall die Vertrauensdebatte von den Chips auf die Händlerregale. Ein bestätigter Fall in Europa würde aus einem Wiederverkäufer-Skandal ein Thema für einen Rückruf machen.

