Higgsfield erreicht 5,4-Milliarden-USD-Bewertung: Kommt KI-Video zurück?

Zusammenfassung:Higgsfield, ein KI-Video-Start-up, hat 400 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 5,4 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Zu den neuen Geldgebern zählen Goldman Sachs, Intel und DST Global. Das Geld soll in den Ausbau von Rechenkapazität und die Expansion im Unternehmensbereich fließen. Damit hat sich die Bewertung binnen acht Monaten vervierfacht. Die Plattform erstellt aus Textvorgaben Marketingvideos und erzielt laut Unternehmen einen Jahresumsatz von 700 Millionen US-Dollar, überwiegend mit Geschäftskunden. Der Aufstieg steht im Kontrast zu OpenAI, das seine Sora-Video-App wegen extrem hoher Rechenkosten einstellte. Ob Higgsfield das Tempo halten kann, während große Labore in den Markt drängen, bleibt abzuwarten.

Higgsfield hat 400 Millionen USD bei einer Bewertung von 5,4 Milliarden USD eingesammelt, mit Goldman Sachs, Intel und DST Global als neuen Geldgebern. Das KI-Video-Start-Up sagt, dass diese Finanzierungsrunde für die Expansion im Unternehmensbereich und den Ausbau von Rechenkapazitäten genutzt werden soll.

Die Finanzierungsrunde folgt auf eine Kapitalerhöhung von 80 Millionen USD im Januar, bei der das Unternehmen mit 1,3 Milliarden USD bewertet wurde. Damit hat sich die Bewertung in acht Monaten vervierfacht. Gründer Alex Mashrabov bestätigte die Details gegenüber der Financial Times.

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Nachfrage aus dem Unternehmensbereich treibt den Bewertungsanstieg

Higgsfield wurde im Jahr 2023 von Ex-Snap-Manager Alex Mashrabov gegründet. Die Plattform verwandelt Textvorgaben in Marketingvideos für Unternehmen. Sie ging im Jahr 2025 an den Start und hat mittlerweile mehr als 30 Millionen Nutzer in 238 Ländern.

Der jährliche Umsatz erreichte im August 700 Millionen USD, nach 20 Millionen USD ein Jahr zuvor, so das Unternehmen. Geschäftskunden erzielen mittlerweile den Großteil dieses Umsatzes. Das ist ein deutlicher Wandel im Vergleich zum Januar, als sie weniger als ein Viertel des Umsatzes ausmachten.

Dieser Fokus auf Unternehmenskunden entspricht einem verbreiteten Muster bei KI-Cloud-Anbietern wie Nebius. Durch nutzungsbasierte Umsätze sind in diesem Jahr hohe Bewertungen durch wachstumsorientierte Investoren möglich geworden.

„Bei Snapchat wurden die Gesichtseffekte, die ich gebaut habe, hauptsächlich von Jugendlichen zur Unterhaltung genutzt. Bei Higgsfield verändern wir, wie große Unternehmen Marketingkampagnen durchführen, sagte Mashrabov.

Mashrabov sagt, Marken wie Dollar Shave Club nutzen Higgsfield mittlerweile, um mehrere Videos am Tag zu erzeugen, statt nur eines pro Kampagne. Dadurch sinkt die Abhängigkeit von externen Kreativagenturen.

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Kostenproblem bei KI-Videos brachte größeren Rivalen zu Fall

Der Aufstieg von Higgsfield steht im deutlichen Gegensatz zum Rückzug, den es in anderen Bereichen von KI-Videos gab. OpenAI stellte seine Sora-Video-App im Jahr 2026 ein. Diese hatte bis dahin nur 2,1 Millionen USD Gesamtumsatz erzielt und gleichzeitig hohe Kosten verursacht.

OpenAI stellte die App im April ein und bestätigte, dass auch die zugrunde liegende API im September deaktiviert wird. Das Unternehmen nannte extrem hohe Rechenkosten, denen nur ein kleiner Teil an Gesamterlösen entgegenstand, als Grund für die Einstellung.

Berichten zufolge lagen die täglichen Inferenzkosten bei Sora bei etwa 15 Millionen USD – deutlich mehr als die gesamten Erlöse der App. Die Videogenerierung erfordert deutlich mehr Rechenleistung als die Produktion von Text oder Bildern, weshalb die Kosten schwer kontrollierbar bleiben. Auch andere Anbieter im Bereich der Videoerstellung mussten sich in diesem Jahr zurückziehen, da der Kostendruck auf die Branche steigt.

Goldman und Intel steigen in ein stark besetztes Feld ein

Goldman Sachs investierte über seinen Equity-Growth-Fonds. Intels KI-Investitionen sind in diesem Jahr gewachsen, da Chiphersteller Beteiligungen jenseits ihres Kerngeschäfts anstreben. Weitere Investoren sind Tribe Capital, Fifth Wall und NTT DOCOMO Ventures.

Goldman schätzt, dass die globale Creator Economy von 250 Milliarden USD im Jahr 2023 auf 480 Milliarden USD im Jahr 2027 wachsen könnte. Die Ausgaben für digitale Werbung sollen nach Angaben von The Business Research Company bis 2030 auf 1,1 Billionen USD steigen.

Mashrabov erklärte, dass vor allem der Mangel an Rechenressourcen ein Grund für die Finanzierungsrunde war. Das neue Kapital soll es Higgsfield ermöglichen, Rechenkapazität zu reservieren und damit den Aufbau von Unternehmensangeboten und Sicherheitslösungen voranzutreiben.

Ob Higgsfield sein aktuelles Tempo halten kann, während immer größere Labore in das Feld der Videogenerierung einsteigen, bleibt der nächste Test für die Bewertung des Unternehmens.

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