Kioxia Holdings Corp. Aktien sind seit dem Hoch im Juni um 65% gefallen. Dieser starke Rückgang führt nun zu Spekulationen, dass der japanische Speicherchip-Hersteller Dividenden schneller auszahlen oder eigene Aktien zurückkaufen könnte.
Durch den Ausverkauf wurden etwa 245 Milliarden USD an Börsenwert seit dem Hoch am 22. Juni vernichtet. Kurz vor Beginn des Kursrutsches war die Aktie noch das wertvollste börsennotierte Unternehmen Japans.
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Von Boom zum Einbruch
Kioxia wurde im Dezember 2024 an der Börse in Tokio gelistet. Die Dynamik hielt bis 2025 an, da Rechenzentren NAND-Flash-Speicher für den Ausbau von KI-Systemen suchten. Der Kurs stieg allein in diesem Jahr um mehr als 500%. Die Rallye beschleunigte sich bis 2026 weiter, da begrenztes Speicherangebot Kioxias Gewinn deutlich erhöhte.
Am 22. Juni erreichte die Aktie ein Allzeithoch von 112.700 Yen. Kurzzeitig übertraf die Marktkapitalisierung von Kioxia Toyota Motor und machte das Unternehmen zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Japans.
Obwohl Kioxia seit Jahresbeginn noch 269% im Plus liegt, war der Kursanstieg und -einbruch sehr stark. Bildquelle: Trading View
Ein breiter Ausverkauf bei KI-Aktien sorgte im Juli auch an den globalen Börsen für Verluste. Investoren wurden vorsichtiger, da die starke Positionierung und nachlassende Dynamik beim KI-Handel Skepsis hervorriefen. Gleichzeitig erhöhten chinesische NAND-Hersteller ihre Kapazitäten, sodass die Angst aufkam, Kioxia könne seine Preissetzungsmacht verlieren.
Die Aktie fiel zusammen mit den südkoreanischen Wettbewerbern SK Hynix und Samsung. Beide Unternehmen verbuchten in der gleichen Woche zweistellige Kursverluste, als Kioxias Kurs noch stärker nachgab.
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Rückkäufe könnten Zuversicht zeigen
Analysten sagen, dass das aktuelle Kursniveau eine Rechtfertigung für Aktienrückkäufe erleichtert. Diese Maßnahme würde die im Juni vorgestellte Dividenden-Strategie des Managements ergänzen.
Kioxia teilte im Mai mit, dass Dividenden weiterhin Priorität haben. Dennoch betonte das Management, flexibel auf die Lage reagieren zu wollen – Aktienrückkäufe seien je nach Situation möglich. Ein Unternehmenssprecher sagte, Kioxia prüfe weiterhin Rückkäufe, habe jedoch noch keine endgültige Entscheidung getroffen.
Ikuo Mitsui, Fondsmanager bei Aizawa Securities, sagte, der Grund für einen Rückkauf sei mindestens ebenso entscheidend wie die Maßnahme selbst.
„Ein Rückkauf könnte signalisieren, dass das Management die Aktie für überverkauft hält.
— Ikuo Mitsui, Bloomberg
Kioxias starker Mittelzufluss gibt dem Unternehmen zudem Raum für solche Maßnahmen. SK Kim, Analyst bei Daiwa Securities Capital Markets Korea, verweist auf langfristige Lieferverträge und eine anhaltend hohe Nachfrage aus Rechenzentren. Beide Faktoren unterstützen laut Kim den freien Cashflow.
Kim betonte zudem, dass höhere Ausschüttungen für Aktionäre ein echter Impuls sein könnten — und so auch Value-Investoren anziehen würden, die bisher eher Wachstumsorientierte und Hedgefonds sind.
Der Kurseinbruch folgt auf einen breiten Ausverkauf von Chip-Aktien im Zuge von Sorgen um den KI-Handel, der auch zu Kioxias 45% Kurssturz im vergangenen Monat führte. Zudem erhöht der wachsende Wettbewerb durch chinesische Anbieter den Druck. Dieselben Faktoren treffen auch SK Hynix und Samsung in Südkorea.
Kioxia veröffentlicht die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal am Freitag. Investoren achten dabei auf Informationen zum Zeitplan der Dividende. Außerdem möchten sie wissen, ob Rückkäufe tatsächlich zur festen Unternehmenspolitik werden.


