Asiatische Aktien fallen wegen Anleihestress: Geben Bitcoin und Gold als sichere Häfen weiter Gas?

Zusammenfassung:Asiatische Aktienindizes steuern wegen anhaltenden Anleihemarkt-Stresses auf Wochenverluste zu, während Bitcoin und Gold als sichere Häfen kräftig zulegen. Steigende Renditen von US-Staatsanleihen belasten die Börsen; der Nikkei verzeichnete zwischenzeitlich einen Wochenverlust von 4,4 Prozent. Auch Südkorea und Taiwan schlossen im Minus, nur der MSCI Asia-Pacific legte leicht zu. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen liegt bei 4,71 Prozent, was Analysten an Washingtons Haushaltskonsolidierung zweifeln lässt. Der Brent-Ölpreis stieg auf ein Monatshoch. Bitcoin handelt bei rund 74.300 Dollar, Gold bei etwa 4.513 Dollar. An der Wall Street fiel der Dow deutlich, Walmart büßte neun Prozent ein. Als nächster Test gelten Nvidias Quartalszahlen.

Die meisten asiatischen Aktienindizes steuern auf Wochenverluste zu, da der Stress im Anleihemarkt anhält. Allerdings haben sowohl Bitcoin (BTC) als auch Gold eine Rallye erlebt, weil Investoren stattdessen zu sicheren Häfen greifen.

Diese Entwicklungen zeigen eine generelle Flucht aus riskanten Anlagen. Steigende Renditen für US-Staatsanleihen haben in dieser Woche Aktien in Asien und den USA belastet. Trader wenden sich daher verstärkt Vermögenswerten zu, die als Wertaufbewahrungsmittel betrachtet werden.

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Asiatische Märkte geraten unter Druck: Stress am Anleihemarkt

Der Nikkei-Index in Japan fiel am Freitag zum Handelsstart um 0,8%. Damit erhöhte sich der Wochenverlust zunächst auf 4,4%, bevor ein Teil des Verlusts ausgeglichen wurde.

Der Nikkei fällt und entwickelt sich ähnlich wie die US-Indizes. Bildquelle: Trading View

Südkorea und Taiwan konnten am Freitag leicht zulegen. Dennoch schlossen beide Märkte die Woche im Minus, nachdem es Anfang der Woche einen scharfen Kospi-Handelsstopp gegeben hatte. Der breitere MSCI Asia-Pacific-Index außerhalb Japans stieg nur um 0,5%.

Der Ausverkauf hängt mit den Renditen für US-Staatsanleihen zusammen. Diese sind in dieser Woche nach einer kurzen Pause weiter gestiegen. Die 30-jährige Rendite kletterte auf 5,25%, und die 10-jährige lag bei 4,71%.

Minister Scott Bessent sagte, die Regierung könne Rückkäufe von Anleihen ausweiten. Zudem brachte er eine Haushaltskonsolidierung ins Spiel. Analysten zweifeln jedoch, ob Washington genug Einsparungen findet, um das Defizit zu verringern.

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Das Defizit liegt aktuell bei über 6% des BIP. Die Zinszahlungen allein werden dieses Jahr voraussichtlich 1,2 Billionen USD übersteigen.

„Historisch haben Märkte reagiert, wenn sie zuversichtlich sind, dass fundamentale Faktoren wie Rekordschuldenstände und historisch hohe Defizite auf ihrer Seite sind, und weitere Eingriffe zu teuer werden könnten.

So äußerte sich Steven Zeng, Stratege bei der Deutschen Bank, in einem Interview.

Der Ölpreis für Brent bereitet zusätzliche regionale Sorgen. Der Preis stieg zwischenzeitlich auf ein Ein-Monats-Hoch von 94,71 USD je Barrel. Nach verschärften US-Sanktionsandrohungen gegenüber Iran fiel der Preis auf 93,12 USD zurück.

Bitcoin und Gold: Rallye als sichere Häfen

Während asiatische Aktien unter Druck standen, zogen Bitcoin und Gold in die entgegengesetzte Richtung. Bitcoin handelte am Freitag in der Nähe von 74.300 USD, nachdem zuvor ein Tageshoch von 75.500 USD erreicht wurde.

Bitcoin verhält sich aktuell wie Gold als sicherer Hafen. Bildquelle: BeInCrypto

Der Goldpreis hielt sich in der Nähe von 4.513 USD je Unze, ein Plus von 3,1% für diese Woche. Die erweiterten Rückkaufpläne der Treasury fördern das Narrativ einer Geldentwertung. Dadurch rückt das 5.000-USD-Ziel für Gold von JPMorgan näher.

Vor diesem Hintergrund wird Bitcoin wieder als Absicherung gegen einen schwächeren Dollar betrachtet. Unter anderem VanEck-Strategen sehen in der aktuellen Stärke von Bitcoin eine Bestätigung dafür.

Auch an der Wall Street war der Anleihemarkt belastend. US-Aktien fielen am Donnerstag deutlich, nachdem der Rückenwind durch Anleiherückkäufe nachließ. Der Dow verlor 703 Punkte, und Walmart büßte wegen schwachen US-Verkäufen 9% ein.

Der S&P 500 lag bis Donnerstag 1,9% im Minus. Der Nasdaq verzeichnete ein Wochenminus von 2,5%. Am Freitag zeigten Futures einen moderaten Anstieg an.

Nächste Woche stehen Nvidias Quartalszahlen im Mittelpunkt und gelten als nächster Test für den KI-Handel. Das gleiche Risikoappetit hat auch die Bitcoin-Rallye in diesem Monat unterstützt.

Der Dollar-Index liegt diese Woche fast 0,9% im Minus und erreicht damit ein Drei-Monats-Tief. Für asiatische Investoren stellt sich die Frage, ob Bitcoin und Gold weiterhin als Absicherung funktionieren, oder ob ein von Nvidia ausgelöster Richtungswechsel an der Wall Street alle Vermögenswerte nach unten zieht.

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